Barcamps in der politischen Bildung – Eine Metasession

Die These:
Unter dem Motto „get together“ kann die Methode „Barcamp“ als wertvoller Beitrag zum Methodenkoffer der politischen Bildung gezählt werden

 

1. Was ist ein Barcamp?

Eine Erläuterung befindet sich bereits bei folgendem Blogbeitrag: bcpb.de/blog/2013/05/23/was-ist-ein-barcamp/
Als Ergänzung dazu sei hier auch noch einmal auf die 8 Regeln eines Barcamps verwiesen: barcamp.at/Was_ist_ein_BarCamp

Zudem entstand innerhalb der Session ein Diskurs darüber, ob und in wiefern sich die Methoden Barcamp und Open Space unterscheiden.
Obwohl eine abschließende und determinierte Beantwortung dieser Frage letztendlich kaum praktikabel erschien, erarbeitete die Arbeitsgruppe folgende Anhaltspunkte für eine mögliche Unterscheidung:

  • Bei einem Barcamp wird auf einen starken medialen Einbezug wert gelegt. Dadurch werden die Ergebnisse optimal Dokumentiert und gleichsam der Öffentlichkeit präsentiert. So dient der Austausch während der Veranstaltung auch externen Beobachtern
  • Bei einem Barcamp geht es um einen Austausch verschriender Personen mit verschiedenen Ansätze. Eine Ergebnisorientierung ist nicht zwingend erforderlich und wird weitestgehend nicht forciert. Genau diese erreichen eines Ergebnisses bzw. eines Produktes stellt die primäre Intention von OpenSpace-Veranstaltungen dar

Entschieden ist die letztendlich aber die Zielsetzung des Veranstalters und der Teilnehmenden, ob sich die beiden Veranstaltungsformen unterscheiden oder nicht. Offen ist die Frage geblieben, ob ein Barcamp mit vorher definierter Zielsetzung auch noch als Barcamp bezeichnet werden könnte und ob eine solche Beschränkungen die Methode vielleicht sogar negativ beeinflussen könnte.

 

2. Barcamps in der politischen Bildung

Die Vorteile:

  • Dynamisch, prozessorientierte Veranstaltung
  • Partizipativer Charakter entspricht einer höchst demokratischen Veranstaltungstrukturs
  • Vielseitig informativ
  • Austausch verschiedenster Personen mit unterschiedliche Themenzugänge = inter-/ polydisziplinär
  • Veranstaltunsgform ist nicht zu langatmig und ermüdent, sondern episodisch.
  • Das Zusammentreffen der verschiedenen Personen ist eine tolle Möglichkeit zum netzwerken
  • Möglichkeit zu intensiven auch informellen Gesprächen
  • Verknüpfung von Bildungzugängen mit Partizipation, Medien, Teamwork
  • Gewisser „Spaßfaktor“ stellt sich ein
  • Fernab des „Oberthemas“ des Barcamps gibt es immer auch Querschnittssthemen und implizierte Bildungsziele: Zeitmanagement, Präsentationskompetenz, Medienkompetenz, Informationsnutzungskompetenz, Teamfähigkeit, Moderationskompetenz, etc.

Die Nachteile:

  • Gefahr des Stillstands, sofern sich keiner einbringt
  • Aufgrund der knappen Zeiteinheiten ist keine intensive Themenerarbeitung möglich = nur oberflächlicher Zugang
  • Methode kann für Jugendliche mitunter etwas verwirrend sein (Folge: zu große Hemmschwelle zur Beteiligung?)

 

3. Barcamps mit Jugendlichen – Die Besonderheiten:

Barcamps mit Jugendlichen benötigen spezielle Rahmenbedingungen und intensiveren Support:

  • Hilfestellung bei der Ideenfindung für Sessions, Heranführung mit Kreativitätstechniken
  • Folglich sollte eine längere Vorbereitungsphase eingeplant werden
  • Eine evtl. Aufsichtspflicht/ geringere Freiwilligkeit (abhängig von Teilnehmenden/ Kooperationen) fordert mehr Organisation und Koordination von den Veranstalter*innen
  • Auch für „bildungsferne“ Zielgruppen ist die Methode denkbar, da sie zum partizipativen Handeln anregt und durch die Möglichkeit der Präsentation eigener Ideen/ Kompetenzen eine Steigerung des Selbstwertgefühls ausgelöst werden kann. Darauf sollte bei dieser Zielgruppe auch besonders viel Wert gelegt werden.

Die Barcamp-Mechanismen und Teilmethoden sind auch anwendbar in kleineren Veranstaltungen und Zeiteinheiten (innerhalb von Seminaren und Workshops). Ob es sich hierbei per Definition noch um ein „Barcamp“ handelt ist zwar umstritten, ein Diskurs über Begrifflichkeiten sollte jedoch aus pädagogisch-didaktischer Sicht nicht überbewertet werden.

 

4. Links

Liste von Barcamps in Deutschland:
http://www.barcamp-liste.de/
http://barcamps.net/

Leitfaden JugendBarcamps:
http://www.ijab.de/uploads/tx_ttproducts/datasheet/JugendBarCamp_Online.pdf

Tool um Barcamps zu organisieren:
http://barcamptools.eu/

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